Welt 05.06.2026
16:28 Uhr

Leck in der ISS – Astronauten müssen sich in Raumkapsel zurückziehen


Ein Luftleck im russischen Segment der ISS hat einen Alarm ausgelöst. Vier Astronauten wurden angewiesen, sich in ihre Raumkapsel zu begeben, während die Ursache gesucht und das Leck repariert wird.

Leck in der ISS – Astronauten müssen sich in Raumkapsel zurückziehen

Die Besatzung der Internationalen Raumstation (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/internationale-raumstation/) (ISS) ist angewiesen worden, sich in ihre angedockte Raumkapsel zurückzuziehen. Hintergrund ist ein sich verschlimmerndes Luftleck im russischen Teil des orbitalen Labors. Nach Angaben der Nasa handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, während eine russische Crew versucht, die undichte Stelle zu lokalisieren und abzudichten. Wie eine Sprecherin der US-Raumfahrtbehörde mitteilte, betrifft das Problem den sogenannten Transfertunnel PrK des Servicemoduls, in dem seit längerer Zeit Risse bekannt seien. Die Risse hätten der Nasa stets Sorge bereitet und würden sehr genau beobachtet. Nach Angaben der Nasa (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/nasa/) will die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos noch am Freitag Reparaturarbeiten an dem betroffenen Modul durchführen. Die Nasa erklärte weiter, man arbeite gemeinsam mit den russischen Partnern und den übrigen internationalen ISS-Partnern an einer dauerhaften Lösung. Vier der sieben derzeit an Bord befindlichen Raumfahrer – zwei US-Astronauten, eine französische Astronautin und ein russischer Kosmonaut – wurden von der Nasa angewiesen, sich mit angelegten Raumanzügen in die an die ISS angedockte „Crew Dragon“ (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6968bfc56b40895ba7f6e6e6/nasa-astronauten-brechen-iss-aufenthalt-aus-medizinischen-gruenden-vorzeitig-ab.html) -Kapsel von SpaceX zu begeben. Dort sollen sie während der Reparaturarbeiten in „erhöhter Alarmbereitschaft“ verbleiben, wie unter anderem der britische „Telegraph“ (verlinkt auf https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/06/05/astronauts-told-prepare-iss-evacuation-over-air-leak/) berichtet. Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie technischer Probleme auf der ISS ein. Bereits Ende 2022 wurde an einer angedockten russischen Sojus-Kapsel ein Leck (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/article242693831/ISS-Leck-an-russischer-Sojus-Kapsel-gefaehrdet-Astronauten-Rueckkehr.html) entdeckt, aus dem über Stunden Kühlmittel austrat. Damals sorgte das Problem für erhebliche Besorgnis, weil die Kapsel als Rückkehrfahrzeug für zwei russische Kosmonauten und einen US-Astronauten vorgesehen war. Experten diskutierten zeitweise sogar den Einsatz einer Ersatzkapsel, um die sichere Rückkehr der Besatzung zu gewährleisten. Die ISS ist ein dauerhaft bewohntes Forschungslabor, das die Erde in einer Höhe von etwa 400 Kilometern umkreist. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt von 16 Staaten, darunter USA, Russland und Europa, und dient der wissenschaftlichen und industriellen Forschung unter Schwerelosigkeit.